Kirchengemeinde Töging feiert 50-jähriges Bestehen

Die evangelische Gemeinde von Töging – Neumarkt/St.Veit feierte am Sonntag, den 14.07.2019 ihre 50-jährige Selbständigkeit mit einem großen Festgottesdienst in der Auferstehungskirche. Die musikalische Umrahmung übernahm die Jugendband „Intime“ und Kirchenmusikerin Cornelia Klüter an der Orgel. Festprediger war Dekan Peter Bertram. Im Anschluß wurde ausgiebig gefeiert: Rund um die Auferstehungskirche fand ein Gemeindefest statt. Fleißige Helfer hatten Mittagessen, Kuchen und Getränke vorbereitet.

Bis in die 1930er Jahre war Töging ein kleines katholisches Bauerndorf im Inntal. Mit der Industrialisierung Tögings, die mit dem Kanal bereits 1917 begann, kamen viele Arbeiter aus ganz Deutschland. Unter den zugereisten Arbeitern und Handwerkern gab es auch etliche Evangelische, die von Mühldorf aus betreut wurden. Die Bevölkerung explodierte quasi nach dem 2. Weltkrieg, als viele, auch evangelische Flüchtlinge nach Töging kamen. Sie wohnten in einem Flüchtlingslager im Industriegebiet nahe des Kanals. Früher wurden hier Fremd- und Zwangsarbeiter und später auch Kriegsgefangene untergebracht, die in der Industrie arbeiten mußten. Wie überall in Deutschland herrschte große Not und die evangelische Gemeinde Mühldorf versuchte neben der politischen Gemeinde und Hilfsorganisationen durch Sachspenden die Not zu lindern.

 

Erste Aufzeichnungen über eine evangelische Gemeinschaft in Töging lassen sich in einem „Protokollbuch des Vereins des protestantischen Mühldorf und Umgebung“ finden, das ab dem 14. Mai 1948 in Töging als Protokollbuch des Kirchenvorstandes Töging fortgesetzt wurde. Hier wird unter dem Datum 14.Mai 1948 erwähnt, dass „die evang.luth. Tochterkirchengemeinde Töging gebildet ist und mit der Eigenschaft einer Körperschaft öffentlichen Rechts durch staatliche Verleihung erlangt hat.“ Von Anfang an gab es in Töging den Wunsch nach einem wie auch immer gestalteten Gotteshaus. Obwohl den Evangelischen von der politischen Gemeinde ein Grundstück unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde, lehnte die Landeskirche immer wieder das Ansinnen eines Kirchenbaus ab. Am 11. Januar 1953 erwarb die evangelische Tochterkirchengemeinde das Baugrundstück zwischen Volksschule und Bahn an der Erhartinger Str. von der Marktgemeinde Töging für einen Kaufpreis von 5000.- DM, um darauf eine Kirche zu errichten. Damit setzte sie die Landeskirche vor vollendete Tatsachen. Diese gab nach und versprach eine Zuweisung von 5000.- DM. Der gleiche Betrag wurde auch jeweils von den Innwerken und der V.A.W. als Zuschuß gewährt. Die Diasporawerke beteiligten sich ebenfalls mit großzügigen Spenden am Kirchenbau. 1954 wurde dann schließlich die Auferstehungskirche fertiggestellt und eingeweiht.
Nach dem erfolgreichen Kirchenbau beschäftigte sich der Kirchenvorstand dann mit dem Bau eines „Pfarrhauses mit Gemeindesaal“. In das neue Pfarrhaus sollte dann ein eigener Seelsorger einziehen. Dazu wurde die Umwandlung des Pfarrvikariates Mühldorf in eine 2. Pfarrstelle beantragt, dessen Sitz in Töging sein sollte. Nach langem Zögern wurde 1961 von der Landeskirche dazu grünes Licht gegeben und der Bau konnte beginnen. Am 25. März 1968 faßte der damalige Kirchenvorstand der Tochterkirchengemeinde Töging den Beschluß, die Pfarrstelle in ein selbständiges Pfarramt umzuwandeln.

Die Kirchengemeinde Töging umfaßte damals ca. 750 Gemeindeglieder. Dies war für ein selbständiges Pfarramt damals auch schon eine zu kleine Seelenzahl. Da bot sich der nördliche Landkreis Mühldorf mit der Stadt Neumarkt-St. Veit und den umliegenden Dörfern (ca. 450 Evangelische) an. Die Erhebung zur stelbständigen Pfarrei erfolgte dann am 29. Januar 1969 durch den Landeskirchenrat.