Ostern ist kein Privatvergnügen

Ostern 2019 - Geistliches Wort von Dekan Peter Bertram

„Wer Ostern kennt, kann nicht verzweifeln“ - dieser Satz stammt von dem Theologen Dietrich Bonhoeffer, der am 9. April 1945 hingerichtet wurde, wenige Tage vor Ostern. Bonhoeffer war trotz seiner aussichtslosen Situation voller Hoffnung, dass die Auferstehung Jesu den Tod und seine Helfershelfer besiegen wird. Gott will das Leben! Bonhoeffer behielt recht. Das Unrechtsregime der Nazis ging unter.

An Ostern wird uns zugerufen: „Freut euch ihr Christen, erstanden ist der Herr, er lebt und wir sollen auch leben.“ Es gibt Hoffnung gegen alle Nachrichten von Gewalt, Unfrieden, Katastrophen, die mich wütend, ratlos, ohnmächtig zurücklassen. Trotz allem täglichen Beschwer und tiefer Verunsicherung ist Ostern ein Fest der Hoffnung und vielstimmiger großer Freude. Mal laut, mal nur ganz leise vernehmbar.

Wie wäre es denn mal an Ostern die vielen kleinen und großen Geschichten von der Hoffnung bei uns vor Ort zu erzählen?

Ohne die Tatkraft aus den Hilfsorganisationen hätten die riesigen Schneemengen zu Jahresbeginn Menschenleben gefährdet.  Frauen und Männer engagieren sich in den Vereinen, weil sie Freude an Sport und Kultur in der Gemeinschaft haben. In den demokratischen Parteien stellen sich Kommunalpolitiker mit viel Herzblut dem alltäglichen Kleinklein, weil sie um es biblisch auszudrücken „der Stadt Bestes“ wollen. Demenzkranke Eltern werden von ihren Angehörigen betreut und gepflegt. Der Hospizdienst bleibt an der Seite der Sterbenden. In unzähligen Selbsthilfegruppen erfahren Menschen im Teilen ihres Schicksal Hilfe und Trost. Die Tafel verteilt Lebensmittel an sozial und wirtschaftliche benachteiligte Menschen. Jugendliche gestalten für Gleichaltrige tolle Aktionen und Freizeiten. Die Partnerschaftsarbeit für Tansania kümmert sich um Bildung und Gesundheit fern ab von Traunstein.

Alles Beispiele dafür, dass Menschen auf Zukunft und nicht auf Verzweiflung setzen. Dieses großartiges Engagement ist sicher nicht immer einfach. Leider wird es auch häufig als selbstverständlich angesehen. Und für manche Zeitgenossen ist Kritik zu äußern einfacher wie sich selber mal zu engagieren.

Ostern ist kein Privatvergnügen. Und unsere Hoffnung auch nicht. Meine persönliche Seligkeit ist nicht lösbar vom Heil der Welt. Ostern mach Mut! Christus ist auferstanden. Er lebt und wir alle sollen auch leben!