Partnerschaft mit Tansania

Jahresbericht zur Partnerschaftsarbeit 2019

 

Klimawandel weltweit – Hunger in Tansania

Chitego im Mai – das ist normalerweise kurz vor der Ernte
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Die ersten Bilder erreichten uns im März 2019: Ratlose Partner, die zwischen vertrockneten Mais-Feldern in Songambele standen. Ähnliche Bilder aus anderen Gemeinden unseres Partnerdekanates Mpwapwa folgten. Es waren grausame Bilder: sie zeigten nicht nur die Folgen des Klimawandels in Afrika. Sie ließen auch ahnen, was auf die Menschen zukommen wird, die sich vom Ertrag ihrer Felder ernähren: Hunger, weil sie keine andere Einkommensquelle haben. Wie verrückt der Klima-Wandel wirkt, zeigten Bilder von Schneetreiben Ende Februar in Arusha, Nord-Tansania.
Der Staat Tansania hat leider auch nur wenig oder nichts getan, um der Bevölkerung zu helfen. Teils weil die Mittel fehlten, teils aber auch, weil die Prioritäten anders gesetzt wurden. Und das, obwohl es noch nie so schlimm war: Sonst hatten wenigstens Teile des Dekanats-Gebietes Regen erhalten. Aber diesmal war die Dürre flächendeckend. Mais, Hirse, Sonnenblumen - alles kaputt.
Eine Spendenaktion im Dekanat brachte von Juni bis August gut 11.000 Euro Spenden ein. Aufgestockt aus der Rücklage Pamita Dekanat konnten gut 17.000 Euro nach Tansania überwiesen werden. In Absprache mit unseren Partnern wurde damit rd. 50.000 kg Mais für besonders betroffene Gruppen gekauft: Waisen, Witwen, alte Menschen mit wenig Einkommen, Kranke.
Danke an alle, die daran mitgewirkt haben – mit Gebet und/oder Spenden!
Ausblick: Gerade entsteht ein Projekt, das durch Schulungen, alternative Pflanzen und Anbaumethoden helfen soll, dass Landwirte in unserem Partnerdekanat besser mit dem veränderten Klima zurechtkommen. Und Gott sei Dank: es hat in der aktuellen Regenzeit 2019/2020 gut geregnet, alles ist grün.

 

Wasser ist Leben

Wegen der prekären Einkommenslage (der Maispreis stieg um 200-300%) waren viele andere Projekte in Tansania auf Sparflamme, insbesondere die geplante kirchliche Sekundarschule. Besonders hat es die Massai-Gemeinde Chitego getroffen: Zusätzlich zu den vertrockneten Maisfeldern fiel auch noch die Pumpe im Tiefbrunnen aus. Eine Reparatur brachte nur 1-2 Monate Atempause. Aus Pamita-Mitteln wurde eine neue Tauchpumpe mit neuen Rohren beschafft. Nach einer gründlichen Revision des Bohrlochs sprudelt das Wasser wieder besser als zuvor.

 

Zwei Fonds auf Dekanatsebene sind gerade in Notzeiten ein besonderer Segen

Der Schüler-Stipendienfonds ermöglicht derzeit 203 Schüler*innen, die höhere (Sekundar-) Schule zu besuchen. Neben Schulgeld (auf privaten Schulen, die wesentlich höhere Erfolgsquoten haben) sind überall noch sog. Elternbeiträge fällig für Schulmöbel, Bücher, Labor etc.. Seit dem Beginn 1998 konnten bereits 706 Schüler*innen ein höherer Schulabschluss ermöglicht werden.
Der Waisen-Fonds unterstützt derzeit 650 Waisen, die entweder bei dem verbliebenen Elternteil leben oder von Verwandten oder Nachbarn aufgenommen worden sind. Hauptursachen für den Tod von Eltern sind Aids, Unfälle, Infektionskrankheiten. Über 100 regelmäßige Spender, dazu Einzelspenden haben ermöglicht, das wir 13.000 Euro überweisen konnten. Damit konnten je Waisenkind so viel Nahrungsmittel erworben werden, um eine Familie ca. 1-2 Monate zu ernähren.

 

Gemeindearbeit hier und dort

Der „neue“ Dekan Daniel Sailowa hat sich in den ersten beiden Jahren seiner Tätigkeit gut eingearbeitet. So „neu“ ist er für uns allerdings nicht: Wie wir einmal beim Betrachten alter Bilder feststellen konnten, haben wir ihn schon 1992 beim Besuch in Luhwaji getroffen, als er noch Evangelist war. Seit 2006 war er dann Pfarrer in Kongwa. Seitdem ist die Gemeinde aufgeblüht. Die Zusammenarbeit mit Pamita war bestens – und ist es immer noch.
Eine gute Neuerung in 2019: Um den Dekanen mehr Zeit für Gemeindebesuche zu geben, wurden sie von der Gemeindearbeit am Dekanatssitz befreit. Das macht jetzt ein eigener, zusätzlicher Pfarrer.
Wie jedes Jahr wurde der Partnerschaftsgottesdienst - vorbereitet diesmal in Tansania - in vielen Gemeinden gemeinsam mit unseren Partnern gefeiert – mit gleichem Thema, gleichen Liedern, Gebeten, Bibeltexten und Predigt.

 

Partnerschaftsarbeit im Dekanat Traunstein

Partnerschaftsarbeit
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Die Partnerschaftsbeauftragten der Kirchengemeinden haben sich zweimal getroffen:
Im April zu einem gemeinsamen Wochenend-Seminar zum Thema „Wie sag ich’s meinem Partner? Wie verstehe ich meinen Partner? Der Einfluss der Werte auf die Kommunikation.“ Gerade in einer interkulturellen Part-nerschaft besteht die Gefahr des Aneinander-Vorbei-Redens/Schreibens. Mit einem erfahrenen Trainer haben wir unsere eigenen Werte-Grundannahmen analysiert, mögliche Wertekonflikte mit unseren Partnern beleuchtet und Handlungsoptionen entwickelt. Ein gemeinsam erarbeiteter Gottesdienst, in den die Ergebnisse eingeflossen sind, hat einen guten Schlusspunkt und auch einen Startpunkt gesetzt.


Partnerschaftskonferenz in Burghausen im Oktober:
Wir haben das Thema „interkulturelle Kommunikation“ in einem hochinteressanten, sehr offenen Gespräch mit dem deutsch-tansanischen Ehepaar Temu vertieft.
Wahlen: Dekanatsmissionsbeauftragter wurde Joachim Grytzyk (KG Waldkraiburg), stv. Dekanatsmissionsbeauftragte wurde Annegret Gaffal (KG Berchtesgaden). Vertreter der Partnerschaftsbeauftragten im Partnerschaftsausschuss wurden Norbert Janßens (KG Mühldorf) und Wilfried Schott (KG Traunstein). Sie bilden gemeinsam mit dem Dekanatsmissionspfarrer Dr. Josef Höglauer den Partnerschaftsausschuss.
Die Partnerschaftsbeauftragten haben über die Partnerschaftsarbeit in ihren Gemeinden berichtet. Über ver-schiedene Projekte wurde abgestimmt: Zuschuss zum Dach der neuen Kirche in Luhwaji, neue Pumpenanlage im Brunnen in Chitego, Dotierung des Schüler-Stipendienfonds und des Waisenfonds.

Wir danken sehr für alle Spenden, besonders für die Umlage der Kirchengemeinden, die ein wichtiger Beitrag dafür sind, die Gemeindearbeit zu gestalten und für Kinder und Jugendliche bessere Lebenschancen zu schaffen.
Herzlichen Dank an alle, die mit Tat und Wort und Gebet zum Gelingen der Partnerschaftsarbeit in 2019 beigetragen haben.
Besonders hervorheben möchte ich die die gute und motivierte Zusammenarbeit in der Partnerschaftsarbeit innerhalb unseres Dekanates mit den Partnerschaftsbeauftragten, im Partnerschaftsausschuss und mit Haupt- und Ehrenamtlichen in den Kirchengemeinden. Ohne sie wäre so ein Gelingen kaum möglich.
Gleiches gilt für die Zusammenarbeit mit unseren Partnern im Dekanat Mpwapwa, allen voran der Partnerschafts-koordinator Hudson Kiwia und Dekan Daniel Sailowa. Wir können zwar Ideen und Anregungen entwickeln, aber ohne die Reflektion unserer Ideen mit unseren Partnern wäre die Gefahr des „Danebenliegens“ groß. Und wir können hier zwar Spenden sammeln, aber die erfolgreiche Umsetzung der Projekte entsprechend den örtlichen Gegebenheiten wäre ohne die zuverlässige und professionelle Arbeit unserer Partner nicht möglich.
Partnerschaft eben: Jede*r trägt nach seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten dazu bei, dass wir das gemeinsame Ziel erreichen.

Joachim Grytzyk, Vorsitzender Partnerschaftsausschuss

 

Detaillierte Informationen zu den einzelnen Projekten finden Sie auf der Homepage von Pamita.