Ein Freuden-Sonntag für die Seele

Dekan Peter Bertram (l.) segnete Pfr. Dr. Josef Höglauer (2. v. l.) für seinen Dienst zur Ehre Gottes und zum Wohl der Gemeinde; Roland Beier und Irmela Leubner begleiteten ihn als unterstützende Assistierende.
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Feierliche Amtseinführung von Pfarrer Dr. Josef Höglauer in der Christuskirche Berchtesgaden

 
erschienen im Berchtesgadener Anzeiger am 16.09.2020, Text: Ursula Kühlewind

 

Berchtesgaden – Nach zwei sehr ansprechenden Gottesdiensten in der Christuskirche bzw. im Berchtesgadener Kurgarten war er seiner Gemeinde kein Unbekannter mehr – Pfarrer Dr. Josef Höglauer. So konnte er nun trotz Corona-Beschränkungen und in ökumenischer Verbundenheit feierlich in sein Amt eingeführt und von Herzen willkommen geheißen werden.
Zahlreiche Ehrengäste gaben dazu ihm und seiner Gemeinde die Ehre. In der lichtdurchfluteten Christuskirche lag die musikalische Gestaltung in den Händen von Monika Nestle an der Orgel und Roland Beier mit der Violine (von dem auch drei selbst komponierte festliche Musikstücke erklangen). Danach übernahm Pfarrer Christian Gerstner mit herzlichen Worten und dem Motto „Dankbarkeit und Freude“ die Moderation.

Dekan Peter Bertram wandte sich als Erster an die Gemeinde und freute sich, Pfr. Dr. Höglauer nun offiziell die 1. Pfarrstelle in Berchtesgaden übertragen zu dürfen. Vertrauenspfarrer des südlichen Dekanats, Thomas Huber, verlas dazu die Urkunde von Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm und Diakon Markus Sellner erläuterte mit zwei Bibelstellen (aus dem 1. Brief des Petrus und aus dem Matthäus-Evangelium) den freiwilligen und keine Macht über andere ausübenden Dienst eines Pfarrers.

Dekan Bertram weitete den Begriff der Dankbarkeit aus und erinnerte daran, dass über die coronabedingten Einschränkungen des täglichen Lebens gejammert oder protestiert werde, dabei aber vergessen werde, dass wir eine freiheitliche demokratische Grundordnung und ein belastbares Gesundheitswesen haben. Er persönlich danke jetzt dafür, dass sich junge Menschen wie Dr. Höglauer, den er auf Grund seiner Vita als unaufgeregt, humorvoll und furchtlos bezeichnen würde, auch heute noch zum Pfarrer berufen fühlen – und übertrug ihm mit 1. September zugleich das Amt des stellvertretenden Dekans im südlichen Dekanat Traunstein.

Bei der feierlichen Einsegnung fungierten die Kirchenvorstände Irmela Leubner und Roland Beier als unterstützende Assistierende. Für seine Predigt hatte sich Pfr. Dr. Höglauer die Bibelgeschichte des Zöllners Zachäus ausgesucht, deren Grundgedanke aufzeige, was wirklich zählt im Leben – nicht Quantität, sondern tragfähige Beziehungen, zu Menschen und zu Gott. Er selber nehme sich an besonders dichten Tagen auch die Worte Jesu an Zachäus »Komm runter!« zu Herzen. Und er freue sich darauf, gemeinsam mit der Gemeinde hier Orte zu schaffen, um Menschen Gemeinschaft und Gottesbeziehung zu ermöglichen. Das als Schlusslied ausgewählte »Großer Gott, wir loben dich« bewegte die Seelen und zeigte deutlich auf, was wirklich zählt im Leben.

Anschließend moderierte Pfr. Gerstner humorvoll die Grußworte, mit denen er die Gottesdienstbesucher leider »abspeisen« musste, da Corona-bedingt die Verköstigung ausfiel. Er bedankte sich bei den 1. Bürgermeistern Thomas Weber aus Bischofswiesen und Michael Ernst aus Marktschellenberg sowie bei Franz Graßl aus dem Schönauer Gemeinderat, bei Richard Graßl, dem Leiter der Verwaltungsstelle des Dekanats, Pater Benno von den Franziskanern und bei Dr. Joachim Weckauf vom Evangelischen Diakonieverein für ihr Kommen.

Marktbürgermeister Franz Rasp, der im Namen der Bürgermeister des Talkessels sprach, freute sich sehr, dass Pfarrer Dr. Höglauer gerade die Verbindung zu Menschen in den Mittelpunkt seiner Predigt gestellt hatte. Wie wichtig diese ihm selbst sei, zeigte er mit seinen beiden Geschenken, einem Karabiner, den zu öffnen man mutig sein muss; und am Mundart-Buch seines Vaters, da eine gemeinsame Sprache Grundlage guter Beziehungen sei.
Der stellvertretende Landrat Michael Koller führte danach mit einem Gedicht von Eichendorff aus, welche Bedeutung das »Zauberwort«, das richtige Wort mit dem richtigen Klang gerade für Pfarrer habe. In diesem Sinne wünsche er sich auch ein »Fest der Auferstehung« für die christlichen Gemeinden.
Pfarrer Dr. Thomas Frauenlob fügte all den Wünschen den oft übersehenen Heiligen Geist hinzu, der gerade für Kreativität im Miteinander stehe. Er habe schon vor Jahren Pfarrer Peter Schulz versprochen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen – dies gelte auch weiterhin. Und zur nötigen Orientierung brauche es dazu eben diesen Heiligen Geist und offene Herzen, ihn auch zu hören; nicht zu vergessen die nötige Lockerheit und Gelassenheit. Ein Bild des seligen Kaspar Stanggassinger solle dazu auch dessen Gedanken zum Heiligen Geist vermitteln.
Pfarrer Thomas Huber aus Bad Reichenhall schließlich, der mit Pfarrer Dr. Höglauer schon seit der Studienzeit befreundet ist, gab seiner Freude Ausdruck auf das zukünftige Miteinander ihrer Nachbar-Gemeinden und sah viel Unterstützung für seinen ehemaligen »Joe« neben Haupt- und Ehrenamtlichen auch durch Prädikant Rolf Bechtel und Pfarrer i. R. Hans-Peter Wagner.
Irmela Leubner hatte, stellvertretend für den Kirchenvorstand und die Schulen, passende Willkommensgeschenke mitgebracht – zum Beispiel für seine gute Kondition etwas Richtungsweisendes für die Berge, etwas für den Fachmann der Völkerverständigung und für einladende Teestunden. Denn all diese Qualitäten brauche er auch für seine neue Gemeinde.

Pfarrer Dr. Höglauer dankte von Herzen für dieses wertschätzende und liebenswürdige Willkommen. Er sei froh darüber, dass man gemeinsam das Beste aus der Corona-Lage gemacht habe und freue sich nun auf weitere schöne Begegnungen. Mit abschließender Musik verlegte sich die sonntägliche Feier dann auf den sommerlich-warmen Kirchenvorplatz – mit vielen guten Gesprächen, mit dem nötigen Corona-Abstand und mit Ellbogen-Grüßen. Und vor allem mit Seelen-stärkender Freude über dieses so wohltuende sonntägliche Miteinander.