Einweihungsfeier evangelische Kirchengemeinde Traunstein

Regionalbischof Christian Kopp im Gespräch mit Dekan Peter Betram
Bildrechte: P. Mix

Umbaumaßnahmen am Campus der evangelischen Kirche beendet
Regionalbischof Christian Kopp segnet Räume und Menschen

 

Artikel von P. Mix, erschienen im Traunsteiner Tagblatt am 24.07.2021


Traunstein. Mehrere Jahre zogen sich Planung und Durchführung der notwendig gewordenen Umbau- und Sanierungsarbeiten rund um den Martin-Luther-Platz hin. „Für Kirchengemeinde wie Dekanat ist heute ein wahrhaftiger Festtag“, betonte Dekan Peter Bertram, als diese Woche die Einweihungsfeier stattfand und Regionalbischof Christian Kopp die Räume und die darin arbeitenden Menschen segnete.

Gefeiert werden konnte der Abschluss der Sanierung und Neugestaltung der Gemeinderäume, der Außenanlagen am Martin-Luther-Platz sowie der neu gestalteten Räumlichkeiten von Kirchengemeinde und Dekanat. Regionalbischof Christian Kopp ging in seiner Ansprache auf das Bibelzitat ein „den seinen gibt’s der Herr im Schlaf“. Der Traunsteiner Kirchengemeinde sei allerdings nichts geschenkt, sondern hier sei vielmehr in den letzten Jahren viel harte Arbeit geleistet worden. Den neu geschaffenen Campus nannte er einen „städtebaulich besonderen Ort“, an dem alle Bereiche einschließlich der sozialen Dienste der Diakonie, Dekanat, Kirchengemeinde, Verwaltung, Jugend, Schulreferat und andere mehr vereint sind. Er wünsche sich, dass hier die Menschen christliche Kirche und Diakonie „at its best“ erleben können und erteilte dem ganzen Ensemble einschließlich der Menschen darin den Segen.

Bereits 2013 fand der Start eines neuen Gebäudekonzeptes für die evangelische Kirche und das Dekanat Traunstein statt. Das Pfarrhaus in der Fritz-Bechtold-Straße sollte aufgegeben und das Dekanats-Pfarramt an der Crailsheimstraße saniert werden. Letzteres war damals in einem „wenig ansprechenden und repräsentativen Zustand“, wie es Peter Bertram vorsichtig ausdrückte. Der Besuch von Oberkirchenrat Dr. Hans-Peter Hübner im Jahr 2015 sollte dann wegweisend für das ganze Projekt werden, da er den dringenden Handlungsbedarf bestätigte und große Unterstützung in Aussicht stellte. Jahre der Überlegungen und Planungen, auch mittels Workshops, folgten, Besitzverhältnisse waren zu klären. Zur großen Freude der Kirchengemeinde folgte der Stadtrat 2017 ihrem Antrag auf Umbenennung der Crailsheimstraße 8, 8a und 10 in Martin-Luther-Platz 2, 4 und 6. Diese Umbenennung war der Beginn einer größeren Umgestaltung des Geländes der Kirchengemeinde. Unter Federführung des Architekturbüros Leitenbacher und der Landschaftsarchitekten „die Grille“ wurde ein Sanierungskonzept erstellt. Ab Oktober 2019 war dann die aktive Bauphase, die sich bis vor kurzem hinzog. Die Maßnahme wurde laut Kostenberechnung von 2018 mit einer Summe von 2414000 Euro genehmigt. Die derzeitige Prognose der Baukosten liegt bei circa 2816000 Euro. Die Mehrkosten resultieren aus anfallenden Maßnahmen, die sich während der Bauzeit herausstellten. Unter anderem wurde eine Kanalsanierung und Brandschutzerneuerung notwendig und zwei Wasserschäden verursachten Mehraufwand und -kosten. Peter Bertram zeigte sich stolz und froh über die jetzt gefeierte Vollendung: „Es wurde ein Raum für die Kirchengemeinde um die denkmalgeschützte Kirche geschaffen.“ Hier solle jeder von Jung bis Alt Raum und Angebot finden. Der Martin-Luther-Platz wurde durch den Umbau zu einem Platz der Begegnung ganz im Sinne des landeskirchlichen Zukunftsprozesses, laut dem sich die Kirchengemeinden fit für die Zukunft machen und Platz und Raum für Begegnungen schaffen sollten. Auf engstem Raum finden sich nun alle Einrichtungen des Dekanats und der Diakonie.

Die Architektin Gertrud Leitenbacher ging kurz auf die durchgeführten Arbeiten ein. Die Aufgabe habe gelautet: „Einen Campus schaffen, der dem Namen Martin-Luther-Platz gerecht wird.“ Die alte Villa, in der sich das Pfarrbüro und viele weitere Nutzungsmöglichkeiten befinden, wurde so saniert, dass die alte Struktur wieder aufleben konnte und helle, freundliche Arbeitsplätze entstanden. Auch der Gemeindesaal wurde optimiert. Die Landschaftsarchitekten Hannes Krauss und Harry Dobrzanski hatten den Auftrag, Teilräume zu einem Ensemble zusammenzuführen im Sinne der Begegnungsstätte. Sie nutzten als zentrales Element Pflaster verschiedener Arten, erhielten einen großen Ahorn und eine Buche im Bestand und pflanzten zwei neue junge Bäume als Ersatz für die bisherigen, die aufgrund von Kernfäule entfernt werden mussten.

Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer gratulierte zum sehr gelungenen Projekt und betonte, dass die evangelische Kirche nicht nur räumlich mitten in der Stadt angesiedelt ist, sondern auch „mitten in der Gesellschaft“. Die gelebte Ökumene sei eine Bereicherung für alle, zeige neue Perspektiven auf. Der Oberbürgermeister: „Vielen Dank, dass sie alle Teil unserer Gesellschaft in Traunstein sind.“

Vertrauensmann Wolfgang Grothe zeigte seine Freude darüber, dass „endlich“ die Jahre der Planung sowie die Bauphase vorüber sind und die Einweihung stattfinden konnte. Er dankte allen für die große Geduld, den Nachbarn und vor allem den Mitarbeitern, die lange Zeit beengt arbeiten und Baulärm ertragen mussten. Susanne Hansen aus dem Pfarrbüro trug ein launiges Gedicht vor, in dem die Bauzeit und damit verbundene Widrigkeiten auf humorvolle Art und Weise zusammengefasst wurden. Musikalisch umrahmt wurde die Feier vom Posaunenchor Traunstein unter Leitung von Matthias Bertelshofer.                                - mix