Frühjahrssynode 2021

Work in Progress, Kirchengemeinde Traunstein
Bildrechte: M. Hofmann

Verantwortung für die Zukunft -  Das Evang-Luth. Dekanat stellt sich für die kommenden Jahre auf

Die Frühjahrssynode des Dekanatsbezirks Traunstein, eine Berichtssynode, wurde bestimmt durch die Vorbereitung auf die personellen Weichenstellungen, die aufgrund der Landesstellenplanung in den nächsten 1,5 Jahren getroffen werden müssen. Hinter dem Begriff Landesstellenplanung verbirgt sich eine Vorgabe der Evang. Landeskirche in Bayern, wie sich unter Berücksichtigung regionaler Besonderheiten ein Mitgliederschwund bei den Gemeindegliedern sowie gesellschaftlicher Wandel in der Stellensituation einer Region wie z.B. einem Dekanatsbezirks wiederspiegeln muss.

Unter dem Motto Ehrfurcht vor der Vergangenheit, Verantwortung für die Zukunft erläuterte Dekan Peter Bertram die Zusammenhänge:  Das Dekanat Traunstein erstreckt sich über 4 Landkreise mit einer Fläche von gut 3.200km². Den 16 Kirchengemeinden des Dekanats gehören neben 29 Kirchen/ Gemeindehäusern 82 weitere Gebäude und 10 Kindergärten. Hinzu kommt das derzeit wegen Corona geschlossene Jugendbildungshaus Wiedhölzlkaser in Reit im Winkl. Verwaltungsangelegen-heiten müssen im Dekanat Traunstein außerdem im Kontext des Verwaltungsverbundes mit den Dekanaten Bad Tölz und Rosenheim getroffen werden.

Dekan Bertram berichtete, dass als Ausgangspunkt für zukünftige Stellenentscheidungen mit allen Kirchengemeinden bereits Gespräche geführt und einzelne Arbeitsbereiche genauer beleuchtet wurden. Er unterstrich die Bedeutung intensiver, sozialraumbezogener Zusammenarbeit über die Gemeindegrenzen hinaus. Im Dekanat Traunstein habe die Weitergabe des Glaubens an die nächste Generation eine hohe Priorität: Kindertagesstätten sowie die Kinder- und Jugendarbeit sollen weiter gefördert werden. Die bevorstehende Einführung eines Kita-Geschäftsführers solle die Kirchengemeinden mit Kita-Verantwortung in ihrer Trägerschaft entlasten. Eine besondere Herausforderung stelle die hohe Anzahl der kirchlichen Immobilien dar, bei denen zum Teil ein nicht unerheblicher Sanierungsaufwand besteht. Regionale Besonderheiten wie z. B. die Stärkung der Klinikseelsorge / Kirchenmusik im Norden des Dekanats, die Tourismusseelsorge im Süden sowie eine intensivere Öffentlichkeitsarbeit sind nur einige der Anforderungen, die im Laufe der letzten Jahre in den Fokus gerückt sind.

Die Landessynode der Evangelischen Kirche in Bayern hat nun in ihrer Frühjahrstagung im März eine erste Vorgabe zur Reduktion von Stellenkapazitäten gemacht: Im Dekanat Traunstein müssten so Dekan Peter Bertram ca. 7,5% der Stellen reduziert werden. In Folge dieser Vorgabe hat der Dekanatsausschuss die Aufgabe, eine genauere Verteilung der Stellen vorzunehmen.

Neuwahl im Dekanatsausschuss erforderlich

Frau Carmen Baumgärtnerin, Mitglied des Präsidiums der Dekanatssynode, informierte aus der Arbeit des Dekanatsausschusses der vergangenen 6 Monate. Aufgrund des Wechsels von Pfr. Dr. Manuél Ceglarek zum Dekanat Bayreuth-Bad Berneck musste ein neuer Vertreter der Pfarrerschaft Süd in den Dekanatsausschuss gewählt werden. Die Kandidatur von Pfr. Hradetzky wurde mit großer Mehrheit bestätigt.


Bericht zum Haushaltsplan 2021

Richard Graßl, Leiter des Verwaltungsstandortes Traunstein, stellte den Synodalen den Haushaltsplan 2021 vor. Das Volumen hat sich gegenüber der Haushaltsplanung des Vorjahres deutlich reduziert auf ca. 650.000 €. Hintergrund ist, dass verschiedene Aktivitäten des Dekanats Corona-bedingt voraussichtlich nicht oder nur eingeschränkt möglich sein werden, wie z. B. Jugendfreizeiten und Betrieb des Jugendbildungshauses Wiedhölzlkaser. Auf der anderen Seite rechnet man landeskirchenweit auch mit reduzierten Einnahmen, z. B. durch fehlende Kollekteneinnahmen aufgrund weniger Präsenzveranstaltungen und der Kirchensteuerentwicklung. Der größte Haushaltsbereich ist Jugend – einschließlich Wiedhölzlkaser, Frauenarbeit, Krankenhausseelsorge und Gefängnisseelsorge mit einem Volumen von ca. 300.000 €, gefolgt vom Kernbereich der Dekanatsarbeit mit ca. 200.000 €. Der Bereich der Partnerschaftsarbeit mit Tansania ist mit 12.000 € vorsichtig geplant. Durch das große Engagement der Ehrenamtlichen in diesem Bereich konnten aber in der Haushaltsdurchführung regelmäßig deutlich höhere Spendeneinnahmen erzielt werden und damit auch deutlich größere Projekte gefördert werden, wie z. B. Unterstützungen für den Schulbesuch.

Bericht aus der Landessynode

Diakon Robert Münderlein, der Vertreter des Dekanatsbezirks Traunstein in der Landessynode, berichtete dass die Landessynode seit ihrer Wahl im Herbst 2019 bisher nur ein einziges Mal in Präsenz hat tagen können, die für die Arbeit notwendigen persönlichen Kontakte fehlen. In Bezug auf einzelne Arbeitsfelder seien für die Kirchengemeinden schon jetzt Effekte landeskirchlicher Einsparmaßnahmen sichtbar: So wurden Obergrenzen bei dem Umfang von Pfarrhaussanierungen eingeführt, in den Bereichen Mission eine Welt und Diakonie einige Stellen nicht mehr besetzt.

Die Dekanatssynode Traunstein äußerte den Wunsch, die Bitte nach Ausfinanzierung der Verwaltungsverbünde an die Landessynode weiterzutragen. Es könne auf Dauer nicht sein, dass die Aufgaben in den mittleren Ebenen steigen, Sachzuweisungen und Stundenkontingente aber bestehen bleiben.

Corona erschwert die Arbeit im Diakonischen Werk

Andreas Karau, Leiter des Diakonischen Werkes Traunstein, berichtete über die Schwierigkeiten, diakonische Arbeit, die primär auf persönlichem Kontakt beruht, unter Coronabedingungen aufrecht zu erhalten. Vor allem bei den Bewohner*innen von Altenheimen haben die vorgeschriebenen Einschränkungen Spuren hinterlassen. Einrichtungen der Sozialpsychiatrie konnten dagegen überwiegend offen gehalten werden.

Das Wilhelm-Löhe-Förderzentrum in Traunreut solle in Laufe der kommenden Jahre umfangreich saniert werden. Die finale Klärung der Baumaßnahme stehe unmittelbar bevor.

Andreas Karau berichtete außerdem über die seiner Einschätzung nach Corona-bedingte sehr starke Nutzung des Angebots der Telefonseelsorge und dankte allen dort tätigen Ehrenamtlichen.

Bayernweiter Eröffnungsgottesdienst von Brot für die Welt am 1. Advent 2021 in Traunstein

Das 30-jährige Bestehen der Partnerschaft mit Tansania sollte in 2021 groß mit gegenseitigen Besuchen gefeiert werden. Dieser Austausch wird, so der Partnerschaftsbeauftragte des Dekanats, Joachim Grytzyk, auf 2022 verschoben. Stolz sei man auf die Förderung des dekanatlichen Projekts Ernährungssicherung durch Brot für die Welt, bei dem Landwirte in der Anpassung ihrer landwirtschaftlichen Produktion an den Klimawandel geschult werden.

Auch verweist er auf den am 1. Advent 2021 in Traunstein stattfindenden bayernweiten Eröffnungsgottesdienst für die Adventssammlung von Brot für die Welt. Die diesjährige Sammlung steht passend zu dem Engagement des Dekanats unter dem Motto Klimagerechtigkeit: Eine Welt – ein Klima – eine Zukunft.

Jugendarbeit unter Corona nur eingeschränkt möglich

Dekanatsjugendreferent Bernd Rohrbach berichtete in der Dekanatssynode über die Planungen für das Jahr 2021. So werde ein Grundkurs für Jugendleiter 2021 höchstwahrscheinlich online stattfinden, auch hinter der Durchführung von Sommer-Aktionstagen stehe ein Fragezeichen. Möglich seien zurzeit je nach Inzidenz Einzel-, Tages- oder Kleinprojekte bei denen die Dekanatsjugend gerne Unterstützungsleistungen anbietet. Die Angebote sollen in der neuen App der Evangelischen Jugend, die gerade entwickelt wird, zusammengetragen werden.

Dekan Bertram beschließt die Synode mit einem Dank an alle Haupt- und Ehrenamtlichen für den besonnenen Umgang mit sich ständig coronabedingt ändernden Vorschriften.